Andreas Rehberg im Interview: Standort ist nicht gleich Standort

Auf welche Faktoren bei der Standortauswahl Unternehmen achten sollten


News | Hamburg
07.11.2020


Welche Faktoren sind bei der Auswahl von Bürostandorten zu bedenken? Im Interview mit der G&B-Pressestelle gibt Sprecher der Geschäftsführung von Grossmann & Berger Andreas Rehberg einen Überblick.
 

Herr Rehberg, was sollte eine Firma beachten, wenn sie über einen Standortwechsel nachdenkt?

Andreas Rehberg: Dabei spielen viele Aspekte eine Rolle. Zunächst sollte ein Unternehmen eine Bestandsaufnahme seines aktuellen Standorts machen. Dabei sollte es sich besonders die infrastrukturellen Gegebenheiten anschauen.
 

andreas rehberg im interviewWarum?

Rehberg: Neben internen Abläufen und Flächenanforderungen gibt es ja auch Anforderungen an den eigenen Standort. Besonders hervorzuheben hierbei ist das Umfeld, also welche Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten es für die Mitarbeiter dort gibt. Außerdem sollte die verkehrliche Anbindung analysiert werden. Also ob die Mitarbeiter mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut ins Büro kommen, ob ausreichend Park- und Fahrradstellplätze oder E-Ladestationen vorhanden sind.
 

Welche Vorteile ergeben sich daraus?

Rehberg: Die Anbindung und das Umfeld sind heute entscheidende Faktoren für die Gewinnung neuer Mitarbeiter. Je unkomplizierter die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz erreichen, desto attraktiver ist er für sie
 


Die Mitarbeiter sind also wichtig bei der Standortwahl.

Rehberg: Genau. Dabei kann auch relevant sein, wo die Mehrheit der Mitarbeiter herkommt. Sitzt ein Unternehmen beispielsweise im Norden von Hamburg, der Großteil seiner Mitarbeiter kommt aber aus dem Süden, wäre ein neuer Standort wieder im Norden wenig gewinnbringend. Ein weiterer Aspekt ist das Preisgefüge.
 

Was meinen Sie damit?

Rehberg: Nehmen wir als Beispiel eine Spedition in der Innenstadt. Ähnlich wie bestimmte andere Unternehmen muss sich eine Spedition nicht zwangsläufig in den besten Lagen einer Stadt ansiedeln. Für sie ist es sinnvoller, in eine Stadtteillage zu ziehen und sich dafür mehr Gebäudequalität und Stellplätze für die Mitarbeiter leisten zu können. Ähnlich ist es bei Kreativagenturen. In Stadtteillagen wie Falkenried oder Ottensen können sie dank des urbanen, hippen Umfelds unkomplizierter neue Talente anheuern.
 

Was sollte vor einem Umzug noch bedacht werden?

Rehberg: Bei der Standortauswahl sind auch die regionalen Gegebenheiten der Stadtteile wichtig.
 

Warum?

Rehberg: Wenn Firmen an Standorte mit ähnlich ausgerichteten Unternehmen ziehen, können durch die räumliche Nähe Synergien entstehen, Wege zu Geschäftspartnern werden kürzer, es siedeln sich branchenverwandte Dienstleister an.
 

Können Sie uns einige Beispiele nennen?

Rehberg: Betrachten wir die HafenCity. Der Stadtteil ist eine echte Innovation mit zukunftsorientierten Bürogebäuden und wegweisender Architektur, zum Beispiel das Westfield Hamburg-Überseequartier oder das Edge HafenCity. Zieht ein innovatives Unternehmen in die HafenCity, spiegelt der Standort einen essenziellen Teil seiner DNA wider. Für Start-ups oder Firmen aus Forschung und Entwicklung ist Bahrenfeld ein interessantes Umfeld. Hier befindet sich die Science City Hamburg Bahrenfeld, in der Grundlagen-, anwendungsorientierte Forschung und Lehre betrieben wird.
 

Was ist mit Firmen, die große, zusammenhängende Flächen suchen?

Rehberg: Hierfür eignen sich vor allem die City Süd oder die City Nord mit speziellen Großprojekten und teilweise freistehenden Solitärgebäuden. Dort lassen sich auch Standortzusammenlegungen realisieren.
 

Und die Kreativwirtschaft?

Rehberg: Ein lebendiges, anregendes Umfeld bietet sich Medien, Agenturen und anderen Kreativunternehmen in Altona, St. Pauli, Sternschanze, St. Georg und Teilen der Altstadt.
 

Welche Lage eignet sich für renommierte Unternehmen mit Publikumsverkehr?

Rehberg: Die beste Adresslage in Hamburg ist nach wie vor der Neue Wall und die direkte Binnenalsterlage in der Innenstadt. Neben der angesehenen Lage bieten sich Mietern und Besuchern hier auch exklusive Shoppingdestinationen.
 

Und was ist mit dem zeitlichen Faktor?

Rehberg: Die beste Analyse ist nutzlos, wenn sie zu spät erfolgt und daher keine entsprechenden Flächen oder Bürogebäude verfügbar sind. Darum sollten Unternehmen sich möglichst frühzeitig mit der Standortfrage beschäftigen. Je größer das Unternehmen ist, desto früher sollte das sein.
 

Herr Rehberg, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Press contact

Visitenkarte Xing
Britt Finke


Bleichenbrücke 9
20354 Hamburg

b.finke@grossmann-berger.de

040-350 802 993
I wish to be contacted via*


Fields marked with * are mandatory.

close
facebookContact